Windstriche

  • Die Schatzalp – Dialektik der Höhe

    Es gibt Orte, an denen sich das Denken verlangsamt, nicht weil es ermüdet, sondern weil es sich seines Gewichts bewusst wird. Die Schatzalp über Davos ist ein solcher Ort – nicht im Sinne geografischer Erhabenheit, sondern als Denkfigur. Zwischen Thomas Manns Zauberberg, Adornos Kritik der Kulturindustrie und Benjamins Reflexionen über Geschichte, Aura und Erinnerung spannt

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  • In Davos atmen lernen

    In Davos atmen lernen

    Paul Éluard und der Ursprung surrealistischer Existenz Dass Leiden Quelle der Poesie sei, klingt nach abgegriffener Sentenz – der Idylle des bürgerlichen Geniekults, der Krankheit und Schmerz heroisiert. Doch gelegentlich darf die Erfahrung nicht weggedacht werden: Eugène Grindel, der sich später Paul Éluard nennt, trat in die Welt der Literatur wie durch einen Nebel aus

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  • Montaignes Vermächtnis

    Im Spiel der Begriffe: Die Sprache des Essays als Widerstand Im Essay findet das Denken seine Probe aufs Exempel: Es ist der Versuch, das Unabschließbare nicht zu leugnen, sondern produktiv zu machen, indem die Begriffe in ihrer Beweglichkeit bewahrt und ihre Bedeutungen im Kontext neu verknüpft werden. Die Sprache selbst wird dabei zum Medium des

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  • Am 8. Mai 2025 wird Gary Snyder 95 Jahre alt. Der amerikanische Lyriker, Essayist und Umweltdenker gehört zu den letzten lebenden Stimmen der Beat-Generation – und zu den wenigen, deren Werk nicht nur in der Literatur, sondern im Leben selbst verankert ist. Früh wurde Snyder als Vorbild einer alternativen Lebensweise wahrgenommen. Bekannt wurde er durch

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  • 1. Einleitung:Was ist Armut? Warum ist Bremen besonders betroffen? Armut ist ein vielschichtiges und komplexes Phänomen, das weit über den reinen Mangel an Geld hinausgeht. In ihrer grundlegenden Definition bezieht sich Armut auf das Leben unterhalb eines bestimmten Einkommensniveaus, das als unzureichend angesehen wird, um die grundlegenden Bedürfnisse des Lebens zu decken. In Deutschland gilt

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  • Thomas Hartmann

    Thomas Hartmann

    Thomas Hartmanns Bilder umweht eine stille Melancholie und heitere Gelassenheit. Insbesondere seine kleinformatigen Papierarbeiten, die mit den unterschiedlichsten Bildthemen und Sujets spielen, sind allegorische Denk-Bilder, die mit ihren kleinen Geschichten die großen Fragen des Lebens berühren. Es ist dies der melancholische Blick des Flaneurs, der alltägliche Beobachtungen in eine poetische, magische Bildsprache verwandelt und so

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  • Alfred Sohn-Rethels Texte aus der „Höhle des Löwen“ Die Abschaffung des Kapitalismus ist eine Sache der Eigentumsverhältnisse, aber der Aufbau des Sozialismus betrifft das Verhältnis von Hand und Kopf, die Substanz von Gesellschaft und Menschsein. (Alfred Sohn-Rethel) Der kleine Freiburger ça ira Verlag hat sich dankenswerterweise der sicherlich nicht ganz einfachen und schon gar nicht

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  • Dialektik des Erwachens

    „Wie Proust seine Lebensgeschichte mit dem Erwachen beginnt, so muß jede Geschichtsschreibung mit dem Erwachen beginnen, ja sie darf eigentlich von nichts anderm handeln. So handelt diese vom Erwachen aus dem neunzehnten Jahrhundert.“ (PW580) Dieses dialektische Bild ist nicht nur ein Hinweis auf die intendierte methodische Vorgehensweise im Passagenprojekt, sondern macht vor allem auch deutlich,

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  • Ruine und Warenfetisch

    „Allegorien sind im Reiche der Gedanken, was Ruinen im Reiche der Dinge.“ (Benjamin, UdT, 197) Sie sind Ansammlungen vergangener Tendenzen und Entwicklungen in der Gegenwart. Das Wesen der Ruine scheint in der Tat geradezu paradox: bringt sie doch jeder weitere Verfall ihrer eigentlichen Bestimmung, ihrem So-Sein als Ruine näher. Benjamin hat sich im Ruinenkapitel des

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  • Das Zentralproblem der klassischen idealistischen Philosophie in der bürgerlichen Gesellschaft begründet sich in deren Widersprüchlichkeit: Einzelnes und Ganzes, Individuum und Gattung, Subjekt und Objekt, Freiheit und Notwendigkeit, Kultur und Natur treten auseinander. Das jähe Auseinanderfallen von Erlebniswelt und wissenschaftlich-technisch objektivierter Natur führte in der Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft zu einer Krisis der Wissenschaften, die weder

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