Ästhetik

  • Florens Christian Rang

    Capri, Sommer 1924. Walter Benjamin und Florens Christian Rang sitzen auf einer Terrasse über dem Meer. Unter ihnen die Brandung, gleichgültig gegen Namen und Schuld. Sie sprechen über Deutschtum als Last, über Schuld als Aufgabe. Über die Bauhütte – eine Gemeinschaft, die sich aus Verantwortung bildet, nicht aus Macht. Rang ist fast sechzig, krank, müde.

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  • Das Bleiben als Widerstand

    Ernst Mollenhauer und die stille Dialektik der Moderne Es gibt Künstler, deren Bedeutung sich aus dem Bruch speist. Sie verlassen den Ort, die Zeit, das Land – und werden gerade dadurch lesbar. Ihre Biografie liefert die Dramaturgie, ihr Werk die Pointe. Andere bleiben. Sie entziehen sich der großen Geste, der Entscheidung, der Erlösungsfigur. Ihre Existenz

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  • Félix Vallotton zum 100. Todestag

    Das unbewegliche Gesicht der Moderne Als Félix Vallotton am 29. Dezember 1925 in Paris starb, war die Moderne bereits dabei, sich selbst zu historisieren. Vallotton, der Maler der glatten Flächen und der scharfen Konturen, gehörte zu jenen Künstlern, deren Werk weniger vom Pathos des Neuen als von der Kälte der Beobachtung lebt. Sein Porträt der

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  • Rudolf zur Lippe: Grenzgänger der Kritischen Theorie

    Leib, Negativität, Haltung Abstract Rudolf zur Lippe verschiebt den Ort der Kritik dorthin, wo Theorie leiblich wird: in Wahrnehmung, Bewegung und Haltung. Seine Auseinandersetzung mit der Kritischen Theorie Adornos entzieht sich disziplinärer Festlegung und entfaltet sich als Grenzgängertum zwischen Philosophie, ästhetischer Praxis und historischer Erfahrung. Der Leib erscheint als Ort von Negativität, Widerstand und Verzögerung

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  • Eine kritische Lektüre Roland Barthes‘ Die Geschichte der modernen Ästhetik ist die Geschichte einer Befreiung, die in Entzauberung umschlägt. Roland Barthes hat mit der Öffnung des Zeichens, mit der Zerstörung seiner Autorität und der Entbindung seiner Bedeutungen jenen Akt vollzogen, der der bürgerlichen Kunst noch versagt blieb. Das Werk, das sich von seinem Schöpfer lossagt,

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  • Herr Teste oder die Unmöglichkeit des Geistes

    Es gibt Bücher, die wie stille Explosionen wirken – nicht durch das, was sie sagen, sondern durch das, was sie entziehen. Paul Valérys Monsieur Teste gehört zu diesen seltenen Texten. Er steht am Beginn der Moderne wie ein überhelles Experiment, das seine eigene Dunkelheit nicht verleugnen kann. In ihm spricht kein Mensch, sondern der Gedanke

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  • Das Maß des Fragilen. Giacometti und die Wahrheit der Unvollkommenheit

    Wenn man vor Alberto Giacomettis Figuren steht, überfällt einen ein merkwürdiges Gefühl der Distanz – eine Distanz, die nicht Kälte ist, sondern Abgrund. Sie stehen da, wie eingefrorene Schatten, aus der Welt gefallen und doch durch sie hindurchgegangen, als hätten sie eine Schwelle überschritten, die wir noch vor uns haben. Kaum eine andere Kunstform des

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