Kunst
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Das Versprechen, das nicht gehalten werden kann, beginnt mit einem Satz. „Une promesse du bonheur“ – das Schöne als Versprechen des Glücks. Stendhal wusste, dass jedes Versprechen eine Zeitform hat: Zukunft. Was verspricht, ist noch nicht da. Was da ist, verspricht nicht mehr. Die Heuchelei ist keine moralische Schwäche, sondern eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Wer ehrlich
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Ernst Mollenhauer und die stille Dialektik der Moderne Es gibt Künstler, deren Bedeutung sich aus dem Bruch speist. Sie verlassen den Ort, die Zeit, das Land – und werden gerade dadurch lesbar. Ihre Biografie liefert die Dramaturgie, ihr Werk die Pointe. Andere bleiben. Sie entziehen sich der großen Geste, der Entscheidung, der Erlösungsfigur. Ihre Existenz
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Das unbewegliche Gesicht der Moderne Als Félix Vallotton am 29. Dezember 1925 in Paris starb, war die Moderne bereits dabei, sich selbst zu historisieren. Vallotton, der Maler der glatten Flächen und der scharfen Konturen, gehörte zu jenen Künstlern, deren Werk weniger vom Pathos des Neuen als von der Kälte der Beobachtung lebt. Sein Porträt der
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I. Zwei Denker im Zwielicht des Jahrhunderts Es gibt im intellektuellen Leben des 20. Jahrhunderts Begegnungen, die nie stattgefunden haben und dennoch wie Gespräche wirken. Zwischen Adorno und Sartre verlief eine solche stumme Korrespondenz. Sie stehen an zwei Enden derselben historischen Erschütterung: Krieg, Faschismus, die Erfahrung radikaler Verletzbarkeit menschlicher Freiheit. Beide haben versucht, den Kunstwerken
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Es gibt Bücher, die wie stille Explosionen wirken – nicht durch das, was sie sagen, sondern durch das, was sie entziehen. Paul Valérys Monsieur Teste gehört zu diesen seltenen Texten. Er steht am Beginn der Moderne wie ein überhelles Experiment, das seine eigene Dunkelheit nicht verleugnen kann. In ihm spricht kein Mensch, sondern der Gedanke
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Wenn man vor Alberto Giacomettis Figuren steht, überfällt einen ein merkwürdiges Gefühl der Distanz – eine Distanz, die nicht Kälte ist, sondern Abgrund. Sie stehen da, wie eingefrorene Schatten, aus der Welt gefallen und doch durch sie hindurchgegangen, als hätten sie eine Schwelle überschritten, die wir noch vor uns haben. Kaum eine andere Kunstform des
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Der Dichter im Bann der Kunst Kaum ein Dichter hat sich so sehr in die Nähe der bildenden Kunst gerückt wie Rainer Maria Rilke. Und kaum einer ist darüber so sehr in den Verdacht geraten, die Sprache selbst in eine Art musealen Raum verwandelt zu haben. Sein Pathos der Dinge, in den Neuen Gedichten zum
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Zwischen Paradies und Abgrund Stehe ich nachts am Strand von Fehmarn, wenn das Meer schwarz und bodenlos geworden ist und die Brandung in rhythmischen Schlägen gegen die Küste bricht, dann scheint mir die Landschaft nicht bloß Natur, sondern ein Bild von Wahrheit. Das Leuchtfeuer von Staberhuk hebt sich wie ein Maß gegen die Dunkelheit, und
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Die Wirkung von Malerei beginnt dort, wo die Worte enden. Thomas Hartmann hat einmal gesagt, das Eigentliche zu hinterfragen sei beinahe unmöglich. Genau dieser Anspruch prägt sein Schaffen: das Unsagbare mit den Mitteln der Kunst sichtbar zu machen. Malen bedeutet für ihn Geduld, Disziplin und handwerkliche Strenge – ein tägliches Ringen, vergleichbar mit dem Pflügen