Proust

  • Sils Maria, Januar

    Julian Barnes kam von Süden, vom See her. Ich sah ihn nicht ankommen, aber ich stellte mir vor, wie er aus dem Taxi stieg und einen Moment innehielt, den Blick über den Silsersee schweifen ließ, hinüber zur Halbinsel Chasté, wo der Gedenkstein steht. Im Januar nicht erreichbar, kein gespurter Weg. Nietzsche nur noch als Inschrift

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  • Félix Vallotton zum 100. Todestag

    Das unbewegliche Gesicht der Moderne Als Félix Vallotton am 29. Dezember 1925 in Paris starb, war die Moderne bereits dabei, sich selbst zu historisieren. Vallotton, der Maler der glatten Flächen und der scharfen Konturen, gehörte zu jenen Künstlern, deren Werk weniger vom Pathos des Neuen als von der Kälte der Beobachtung lebt. Sein Porträt der

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  • Stéphane Hessel: Eine Begegnung am Rand der Zeit

    Manche Orte bewahren ein Gedächtnis, das über ihre Mauern und Straßen hinausweist. Trouville gehört für mich zu jenen Landschaften, in denen sich Literatur, Geschichte und persönliche Erfahrung auf geheimnisvolle Weise überlagern. Immer wieder hat mich Prousts Spur hierhergeführt, doch zuweilen ereignet sich in dieser vertrauten Umgebung etwas, das über den literarischen Resonanzraum hinaus in die

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  • Proust lesen

    Proust lesen

    Man hat oft gesagt, Proust sei schwer zu lesen. Vielleicht liegt diese Schwierigkeit gerade darin, dass er es wagt, uns beim Lesen nicht zu unterhalten, sondern zu beunruhigen – uns an jene Schwellen zu führen, an denen das Gewöhnliche seine Selbstverständlichkeit verliert. Ein Geruch, ein Sonnenreflex auf einer Mauer, eine flüchtige Geste: Alles kann sich

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  • Thomas Hartmann

    Thomas Hartmann

    Thomas Hartmanns Bilder umweht eine stille Melancholie und heitere Gelassenheit. Insbesondere seine kleinformatigen Papierarbeiten, die mit den unterschiedlichsten Bildthemen und Sujets spielen, sind allegorische Denk-Bilder, die mit ihren kleinen Geschichten die großen Fragen des Lebens berühren. Es ist dies der melancholische Blick des Flaneurs, der alltägliche Beobachtungen in eine poetische, magische Bildsprache verwandelt und so

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  • Dialektik des Erwachens

    „Wie Proust seine Lebensgeschichte mit dem Erwachen beginnt, so muß jede Geschichtsschreibung mit dem Erwachen beginnen, ja sie darf eigentlich von nichts anderm handeln. So handelt diese vom Erwachen aus dem neunzehnten Jahrhundert.“ (PW580) Dieses dialektische Bild ist nicht nur ein Hinweis auf die intendierte methodische Vorgehensweise im Passagenprojekt, sondern macht vor allem auch deutlich,

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