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  • „Es gibt Werke, die man in einem Zustand des Todes betrachtet.Sie sind in diesem Moment die einzig noch lebendigen.“— Marcel Proust Die Fläche und der Tod Man stelle sich das Bild vor, in der Stille des Mauritshuis: Ansicht von Delft, etwa 98 mal 117 Zentimeter, Öl auf Leinwand, entstanden um 1660/61 – ein Gemälde, das

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  • Am 8. Mai 2025 wird Gary Snyder 95 Jahre alt. Der amerikanische Lyriker, Essayist und Umweltdenker gehört zu den letzten lebenden Stimmen der Beat-Generation – und zu den wenigen, deren Werk nicht nur in der Literatur, sondern im Leben selbst verankert ist. Früh wurde Snyder als Vorbild einer alternativen Lebensweise wahrgenommen. Bekannt wurde er durch

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  • Ästhetik der Negation

    Inmitten der fortschreitenden Ästhetisierung des Lebens, in der das Schöne zur Kulisse des Immergleichen herabsinkt, bleibt die Kunst der Ort, an dem das Nicht-Identische aufscheint. Sie spricht nicht das Wahre aus, sondern ruft in Erinnerung, dass das Wirkliche nicht das Wahre ist. Ihre Wahrheit besteht in der Unruhe, die sie stiftet – nicht in der

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  • 1. Diagnose: Die hegemoniale Formation des progressiven Neoliberalismus In der Gegenwart zeichnet sich in Deutschland eine neue hegemoniale Formation ab, die unter dem Begriff des progressiven Neoliberalismus zusammengefasst werden kann. Dieser Begriff beschreibt die paradoxe Allianz zwischen neoliberaler Wirtschaftslogik und progressiven sozialen Forderungen, insbesondere in den Bereichen Geschlechtergerechtigkeit, Antirassismus und LGBTQ-Rechte. Seit den 2010er Jahren

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  • I. Schattenhandel – Eine Allegorie des Verlusts Inmitten einer Epoche, deren Signatur nicht Fortschritt, sondern Regression ist – nicht bloß im politisch Fassbaren, sondern als strukturierte Rückbildung des Bewusstseins selbst –, ermüdet das Denken an der bloßen Tatsache seiner Existenz. Es reibt sich wund an einer Welt, die dem Begriff abhandengekommen ist. Dort, wo einst

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  • Ein Rückblick mit Haltung: Tocotronic in der ausverkauften Kesselhalle Bremen – 10. April 2025 „Hallo Schlachthof! Hier haben wir vor 30 Jahren begonnen – und ohne euch stünden wir jetzt nicht hier.“ Ein Satz, wie er nur von Dirk von Lowtzow kommen kann: lakonisch, aufrichtig, voller Geschichte – und mit einem sanften Hauch von Pathos.

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  • „Das Leben lebt nicht. […] Der Riss geht durch das Ganze hindurch, und durch den Riss fällt Licht.“ Kunst ist nicht Abbild, nicht bloße Reproduktion des Seienden, sondern Form gewordenes Leiden an ihm. Was sie der Realität entnimmt, entnimmt sie ihr nicht, um sie zu bestätigen, sondern um sie zu brechen. Ihre Wahrheit liegt nicht

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  • Adieu, LINKE

    Persönliche Erklärung zu meinem Austritt aus der Partei Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen,liebe Weggefährten, ich möchte Sie und euch auf diesem Weg darüber informieren, dass ich am 31. Dezember 2023 nach achtzehnjähriger Mitgliedschaft aus der Partei DIE LINKE ausgetreten bin.Als Mitbegründer der WASG und der Partei DIE LINKE ist mir dieser letzte

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  • Die Selbstgerechten

    Die Selbstgerechten

    Kurzbesprechung von Sahra Wagenknechts Buch „Die Selbstgerechten“Nach einem furiosen Start im Spätsommer 2019 mit mehr als 160.000 registrierten UnterstützerInnen ist es ruhig geworden um die Sammlungsbewegung Aufstehen. Nicht zuletzt die internen Auseinandersetzungen im Trägerverein und der krankheitsbedingte Rückzug von Initiatorin Sahra Wagenknecht Anfang 2020 haben Aufstehen in der Entwicklung zu einer relevanten außerparlamentarischen Gegenkraft weit

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  • Manfred Steglich: Bilder der Moderne. Walter Benjamin. twentysix, Norderstedt 2017,  ISBN-13: 978-3740727833 Paperback, 88 S., 15 Euro Der Essay „Bilder der Moderne“ ist der Versuch eines mimetischen Eingedenkens in die dialektischen Bilder Walter Benjamins und dessen Vorhaben, eine Art Urgeschichte der bürgerlichen Gesellschaft zu zeichnen. Indem der Autor sich gewissermaßen die archäologische Methode des historischen

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  • Walter Benjamin: Einbahnstraße Nachwort von Manfred Steglich twentysix, Norderstedt 2017,  ISBN-13: 978-3740730567 Paperback, 100 S., 10 Euro Die „Einbahnstraße“, 1928 bei Rowohlt veröffentlicht, gilt als eines der wichtigsten Werke der avantgardistischen Literatur der Weimarer Republik. Die hier versammelten Denk- und Traumbilder haben nichts von ihrer emblematischen Strahlkraft verloren. Walter Benjamin, Kulturkritiker, Essayist und Philosoph, 1892

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  • Nur um der Hoffnungslosen willen ist uns die Hoffnung gegeben. Walter Benjamin, Goethes Wahlverwandtschaften   Es ist bitterkalt an diesem dunklen Januartag in Hamburg. Die Kastanienbäume in der Hartungstraße wiegen sich fröstelnd im Abendwind, während die mondänen Jugendstilvillen vom fernen Sommer träumen. Die ins Ungewisse eilenden Passanten haben ihre Mantelkrägen hochgeschlagen. In den 1920er Jahren

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  • Benjamins dialektische Bilder sind objektive Kristallisationen der geschichtlichen Bewegung. Sie sollten geschichtsphilosophisch die Phantasmagorie des neunzehnten Jahrhunderts als „Figur der Hölle“ (Adorno) enträtseln. „Der Form des neuen Produktionsmittels, die im Anfang noch von der des alten beherrscht wird (Marx), entsprechen im Kollektivbewusstsein Bilder, in denen das Neue sich mit dem Alten durchdringt. Diese Bilder sind

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  • Am 8. September ist die „Weltbürgerin“ und bedeutende Feministin Marlis Krüger in Bremen gestorben. Nach einer längeren Forschungstätigkeit in New York gehörte sie zu den „Gründungsmüttern“ der Universität Bremen und lehrte dort seit Juni 1972 – unterbro­chen durch zahlreiche Lehr- und Forschungsaufenthalte in den USA. Marlis Krüger machte sich durch ihre gesellschaftstheoreti­schen, wissenschaftskritischen und feministischen

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  • Der Kampf gegen die soziale Spaltung war sein Thema. „Selten kommt es vor, dass eine wissenschaftliche Disziplin so stark von einer einzigen Persönlichkeit geprägt wird, wie es in der deutschen Stadtsoziologie der letzten Jahrzehnte durch Hartmut Häußermann geschah“, heißt es in einem Zeitungsnachruf. Und in der Tat galt der 1943 im beschaulichen Waiblingen geborene Wissenschaftler

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  • Anfang und Ende

    Am 31. Januar 2010 verstarb die Bremer Soziologin Michaela von Freyhold. Ein Nachruf. Vor einigen Tagen ist der kleine A. geboren worden. Über die Geburt ihres Enkels freuen sich Großeltern in einer norddeutschen und in einer kurdisch-türkischen Stadt, denn A. ist das Kind einer jungen Deutschen und ihres kurdischen Freundes, der jetzt seit fast neun

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