Habermas
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Ein alter Streit um Habermas flammt wieder auf Jörg Später, Biograph der Frankfurter Schule, vermerkt im soeben erschienenen Sonderheft der Zeitschrift Philosophie mit leiser Ironie, dass man den Nachhall eines alten Streits noch heute in voller Lautstärke hören könne. Er meint den Graben, der sich spätestens beim Hamburger Adorno-Symposion von 1984 auftat, jener Gegenveranstaltung zur…
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Mit Jürgen Habermas ist gestern der letzte große Denker der Frankfurter Schule gestorben – und der umstrittenste. Zumindest für jene, die in der Tradition der Väter stehen. Er kam 1956 als junger Assistent zu Adorno nach Frankfurt – in ein intellektuelles Kraftfeld, dessen Gravitationszentrum die Verschränkung von Marx, Freud und Hegel bildete. Horkheimer ahnte früh,…
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Der folgende Essay untersucht das Werk Jürgen Habermas‘ im Spannungsfeld zwischen der ersten Frankfurter Schule und der kommunikativen Wende. Habermas‘ frühe Arbeiten stehen noch in der marxistischen Tradition, analysieren die Öffentlichkeit als umkämpftes Terrain gesellschaftlicher Machtverhältnisse und verbinden politische Ökonomie, Psychoanalyse und kritische Theorie. Mit der Theorie des kommunikativen Handelns verschiebt sich sein Fokus auf…
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Es gehört zu den bitteren Ironien der Geistesgeschichte, dass das Institut, das einst den Anspruch erhob, den Zusammenhang von Erkenntnis und Herrschaft freizulegen, heute selbst in jener Vernunft verstrickt ist, die es zu kritisieren vorgab. Die „Kritische Theorie“ – ursprünglich der Versuch, die Selbstzerstörung der Aufklärung in ihrer eigenen Bewegung begrifflich zu fassen – hat…