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  • Hundert Jahre Positano-Exposé

    Alfred Sohn-Rethel: Exposés zur materialistischen Kritik der Erkenntnis Hundert Jahre nach seiner Entstehung liegt nun jenes Projekt in einer eigenen Edition vor, mit dem Alfred Sohn-Rethel den Zusammenhang von Warenform und Denkform zu entschlüsseln versuchte. Der dritte und letzte Band der Werkausgabe bei ça ira versammelt die Exposés zur materialistischen Kritik der Erkenntnis in zwei…

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  • Gröpelingen und die Logik verfestigter Armut Der Bremer Stadtteil Gröpelingen lebt: Vereine, Moscheen, Märkte, Nachbarschaften. Wer das als Beleg liest, dass Armut hier keinen Bestand hat, dass Menschen arm ankommen, sich hocharbeiten und weiterziehen, der verwechselt soziales Leben mit sozialer Mobilität. Beides kann gleichzeitig existieren. In Gröpelingen existiert es seit Jahrzehnten. Geschichte in langen Linien…

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  • Bremen und die Verfestigung der Armut

    Bremen ist noch immer Spitzenreiter. Seit Jahren. Der neue Armutsbericht des Paritätischen ist damit auch ein Armutszeugnis für die Bremer Landespolitik. Er weist für Bremen eine Armutsquote von 27,5 Prozent aus, nach 25,9 Prozent im Vorjahr. Mehr als 194.000 Menschen leben damit unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle. Bundesweit liegt die Quote bei 16,1 Prozent. In Bayern ist…

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  • Faschisierung oder autoritäre Regression?

    Die aktuelle Debatte über Faschismus, Faschisierung und autoritäre Entwicklungen ist von einem eigentümlichen Widerspruch geprägt. Einerseits besteht weitgehende Einigkeit darüber, dass liberale Demokratien unter Druck geraten, autoritäre Bewegungen erstarken und rechtsextreme Kräfte gesellschaftlich an Einfluss gewinnen. Andererseits herrscht bemerkenswerte Unsicherheit darüber, wie diese Entwicklungen begrifflich zu fassen sind. Faschismus, Postfaschismus, demokratischer Faschismus, autoritärer Kapitalismus, Regression,…

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  • MEMORANDUM 2026

    MEMORANDUM 2026

    Starke Analyse, unvollendete Konsequenz Das MEMORANDUM 2026 der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik greift die herrschende Austeritätspolitik an ihrer verwundbarsten Stelle an. Das ist seine Stärke. In einer Zeit, in der Haushaltskonsolidierung, Deregulierung und der Glaube an selbstheilende Märkte zum unhinterfragten wirtschaftspolitischen Konsens erklärt wurden, liefert es eine faktengestützte Analyse der deutschen Mehrfachkrise und formuliert Gegenentwürfe, die…

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  • Windstriche-Podcast #1: Krise, Migration und das BSW

    Pip: Krise, Kapitalismus, Rechtsruck — und irgendwo dazwischen eine Partei, die sich nach einer Person benennt. Willkommen bei WIND STRICHE. Mara: Manfred Steglich hat in letzter Zeit einige größere Analysen veröffentlicht — über die strukturellen Wurzeln autoritärer Tendenzen, über Migration als Klassenfrage und über das BSW und seine Wählerschaft. Darum geht es heute. Pip: Fangen…

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  • Eine kritische Einordnung aus sozialwissenschaftlicher Perspektive Zur WSI-Studie »Die Wählerschaft des BSW bei der Bundestagswahl 2025« (Emmler/Seikel, WSI Report Nr. 112, April 2026) Der Autor ist Sozialwissenschaftler mit langjähriger Forschungs- und Praxiserfahrung zu Armut, Ungleichheit und städtischer Segregation. Er war Gründungsmitglied des BSW und zwei Jahre lang Landesgeschäftsführer des Bremer Landesverbands. Zum Jahreswechsel 2025/2026 ist…

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  • Sozialstaatliche Steuerung, Klassenkonflikt und die Grenzen populistischer Vereinnahmung Vorbemerkung Über Migration wird in Deutschland viel gesprochen – selten jedoch auf Grundlage ihrer tatsächlichen Bedingungen. Zwei Deutungsmuster prägen dabei die Debatte: ein moralischer Universalismus einerseits und eine Politik der Ordnung und Begrenzung andererseits. Beide gehen von einer gemeinsamen Grundannahme aus: dass Migration primär als Problem zu…

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  • Organische Krise und autoritäre Gegenwart Die gegenwärtige Krise des Kapitalismus erscheint auf den ersten Blick als Abfolge disparater Erschütterungen: Finanzkrise, Pandemie, Krieg, Inflation und ökologische Zerstörung. In dieser Perspektive wirkt sie fragmentiert. Ihr Zusammenhang bleibt unsichtbar. Seit den 1970er Jahren hat sich jedoch eine historische Konstellation herausgebildet, die sich mit der globalen Finanzkrise von 2008…

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  • Unterversorgung in sozial benachteiligten Quartieren

    Wer im falschen Stadtteil in Bremen lebt, wartet länger – oder vergebens Die Versorgungskrise mit Kinder- und Hausärzten trifft Gröpelingen, Osterholz-Tenever, Hemelingen, Huchting und Woltmershausen – ebenso Bremen-Nord und Bremerhaven. Die Karte der unterversorgten Quartiere deckt sich weitgehend mit der Karte der Armut in Bremen. Wo Langzeitarbeitslosigkeit, prekäre Wohnverhältnisse und geringe Bildungschancen konzentriert sind, bricht…

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  • Zwangsarbeit in Horn-Lehe

    Zwangsarbeit in Horn-Lehe

    Das Lager „Handwerk“ — Verschleppt, ausgebeutet, vergessen. Mitten in Horn-Lehe, an der Ecke Achter- und Riensberger Straße, stand von 1943 bis Kriegsende eines der größeren Bremer Lager für Zwangsarbeiter — dort, wo heute der Magdalene-Thimme-Weg entlang der Kleinen Wümme verläuft und die Grün-Station Horn ihren Standort hat. Ein Ort, dessen NS-Vergangenheit im kollektiven Gedächtnis des…

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  • Was kann Kritische Theorie heute noch leisten?

    Die Frage klingt nach Nachruf. Als müsste man zunächst einräumen, dass eine Theorie, die in den 1930er Jahren entstand, inzwischen ihren historischen Ort gefunden hat — in den Seminaren, in den Handbüchern, in der Geistesgeschichte. Und doch drängt sie sich mit einer Hartnäckigkeit auf, die sich dieser Einordnung widersetzt. Der Grund liegt nicht in akademischer…

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  • Odysseus und die Sirenen: Eine Allegorie

    Die Geschichte des modernen Subjekts beginnt mit einem Akt der Selbstverleugnung, nicht der Befreiung. Sie ist die Genealogie eines durch Disziplin und Angst geformten Ichs. In der Szene des Odysseus, der sich an den Mast bindet, um dem Gesang der Sirenen zu widerstehen, verdichtet sich die doppelte Logik der Aufklärung: Emanzipation durch Unterwerfung, Erkenntnis durch…

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  • Vorspiel: Das Zimmer mit den Spiegeln Es gibt ein Zimmer in Des Esseintes‘ Pariser Vergangenheit, das Huysmans nur beiläufig erwähnt, das aber alles vorwegnimmt: ein Raum voller Spiegel, in denen die Wände sich ins Unendliche multiplizieren, in denen ein Körper sich vervielfacht, ohne je ganz da zu sein. Die jungen Frauen, die Des Esseintes dorthin…

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  • Von Hegel zur Kritischen Theorie: Dialektik ohne Garantie

    Dialektik ohne Garantie Die Kritische Theorie ist ohne Hegel nicht denkbar. Sie ist es ebenso wenig mit ihm. In dieser Spannung – zwischen Aneignung und Bruch – bewegt sich ihr Denken. Hegels Dialektik bildet den philosophischen Horizont, vor dem sich die Einsicht ausbildet, dass Wirklichkeit nur im Widerspruch zu sich selbst begriffen werden kann. Zugleich…

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  • Florens Christian Rang

    Capri, Sommer 1924. Walter Benjamin und Florens Christian Rang sitzen auf einer Terrasse über dem Meer. Unter ihnen die Brandung, gleichgültig gegen Namen und Schuld. Sie sprechen über Deutschtum als Last, über Schuld als Aufgabe. Über die Bauhütte – eine Gemeinschaft, die sich aus Verantwortung bildet, nicht aus Macht. Rang ist fast sechzig, krank, müde.…

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  • Natur als sichtbarer Geist

    Die vereisten Bäume stehen kahl gegen den Himmel. Schelling schrieb: Natur ist sichtbarer Geist, Geist ist unsichtbare Natur. Was ich sehe, sieht mich an. Die Landschaft vor dem Fenster ist nicht stumm – sie denkt, aber anders. Jeder Baum eine Form, in der sich etwas zeigt, das kein Name trifft. Das Absolute liegt nicht hinter…

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  • Helvétius

    Es schneit. Draußen verschwinden die Unterschiede unter dem Weiß – für eine Nacht sind alle Dächer gleich. Im Salon brennen Kerzen. Helvétius sitzt unter seinen Gästen, reich geworden als Steuerpächter. Mit dem Geld aus Privilegien finanziert er deren Kritik. Das Paradox trägt er leicht, vielleicht bemerkt er es nicht einmal. Der Mensch ist eine leere…

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  • Wellen

    Vor vielen Jahren saß ich im Bremer Buchladen Orlando und hörte Alfred Sohn-Rethel aus seinem Neapel-Essay lesen. Er lag gleich bei mir um die Ecke, ich ging oft hin. Der Besitzer hieß Vincenzo Orlando – so hieß auch der Laden, nicht nach Virginia Woolfs Roman, obwohl die Nähe auffiel. Er ist tot, das Geschäft verschwunden.…

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  • Friedrich in Sanssouci

    Auf den Terrassen von Sanssouci empfing der König einst Voltaire. Friedrich glaubte, die Vernunft werde die Welt zähmen. Ein Garten als Monument des Fortschritts – jede Skulptur an ihrem Platz, jede Weinrebe gezählt. Aber Gärten sind auch Grabstätten. Unter der Ordnung liegen die Ausgeschlossenen: die Deserteure, die Leibeigenen, die Verluste der schlesischen Kriege. Der König…

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